In vielen Baugebieten werden für die Regenentwässerung Retentionszisternen oder Regenrückhaltebehälter vorgeschrieben. Was das ist, wofür es benötigt wird und wie man davon profitieren kann möchte ich in diesem Artikel beleuchten.
In Baugebieten, die an schon vorhandene Regenentwässerungsleitungen angeschlossen werden sollen kann es zu Kapazitätsproblemen kommen. Im Gegensatz zu Schmutzwasser, das langsam und gleichmäßig abfließt kann Regenwasser auch in sehr kurzer Zeit in großer Menge anfallen, bei einem heftigen Schauer oder einem Sommergewitter. Um hier einer Überforderung der Kanalisation mit den unschönen Konsequenzen vorzubeugen kann man das Regenwasser in Regenrückhaltebecken zwischenspeichern. In diese Regenrückhaltebecken fließt das Wasser schnell hinein und dann über einen kleinen Ablauf langsam wieder ab. Aber in Neubaugebieten lassen sich solche zentralen Regenrückhaltebecken oft nicht realisieren. Daher kommt dann eine dezentrale Lösung zum Einsatz: die Retentionszisterne.
Eine Retentionszisterne ist eine Zisterne, bei der ein Teil des Zisternenvolumens für die Regenrückhaltung verwendet wird, der andere Teil für die Nutzung (wobei dies auch entfallen kann). Die Ablaufbohrung einer solchen Zisterne ist tiefer als sie gewöhnlich wäre und bis zu dieser Ablaufbohrung läuft die Zisterne leer.
Die Ablaufbohrung ist viel kleiner als der Zulauf. Daher läuft das Regenwasser, das über den Zulauf bei einem Regenereignis schnell in die Zisterne fließt nur langsam in die Kanalisation. Dadurch ist die Belastung der Kanalisation viel kleiner. Das Rückhaltevolumen wird in der Regel berechnet in Abhängigkeit von der versiegelten Fläche und dem zulässigen Ablauf.
Beachten muss man beim Einbau, dass der Ablauf der Zisterne noch mit Gefälle an den (Regenwasser-) Kanal angeschlossen werden kann. Ist dies nicht möglich muss unter Umständen eine Zisterne mit größerem Durchmesser gewählt werden oder für den Ablauf muss eine gedrosselten Schmutzwasserpumpe eingebaut werden.
Ist eine Retentionszisterne vorgeschrieben, so kann man diese einfach größer wählen und dann den Teil der Zisterne, der über das geforderte Volumen hinaus geht nutzen, zum Beispiel für den Garten oder auch im Haus für Toilette und Waschmaschine. Schreibt die Stadt zum Beispiel ein Rückhaltevolumen von 4000 Litern vor, und leben im Haus 5 Personen, so gibt es die Möglichkeit eine 9000 Liter Zisterne einzubauen. Diese wird dann so ausgestattet, das sie einerseits 4000 Liter Rückhaltevoumen und andererseits 5000 Liter Nutzvolumen hat, um so das Wasser im Haus zu nutzen. Der Mehrpreis der größeren Zisterne ist oft gering, und dies ist die teuerste Komponente der Regenwasseranlage.
Ist also die Zisterne schon vorgeschrieben, so kann man mit wenig zusätzlichem Aufwand einen sehr großen Nutzen erreichen: die Reduzierung des Wasserverbrauchs um 50% und je nach Satzung der Stadt weitere Kostenreduzierungen.





